Kommentar

Blaupause für die Region

Archivartikel

Matthias Kros über eine Fusion der Metropol-Flughäfen

Ein Zusammenschluss von zwei Flughäfen, die noch dazu in unterschiedlichen Bundesländern liegen, wäre noch vor wenigen Jahren aus politischen Gründen kaum vorstellbar gewesen. Der drohende Kontrollverlust hätte schnell Widerstände mobilisiert. Doch angesichts der Negativ-Schlagzeilen, die Regionalflughäfen in Hahn, Kassel oder Zweibrücken produzieren, ist der Druck offenbar groß genug geworden.

Das spüren gerade auch die Geschäftsführer der beiden größeren Flughäfen der Region, Mannheim und Speyer, die mit ihrem Fusionsplan auf keinen politischen Widerstand stoßen. Im Gegenteil: Einstimmig stimmte der Planungsausschuss im Verband Region Rhein-Neckar gestern dafür, die Idee zumindest durch ein Gutachten prüfen zu lassen.

Diese Haltung ist aber auch ein gutes Beispiel dafür, dass die regionale Zusammenarbeit – trotz aller Probleme – durchaus funktioniert. Die Flughäfen in Mannheim und Speyer haben sich schließlich lange Zeit überaus kritisch und geradezu misstrauisch beäugt. Jetzt haben beide begriffen, dass sie langfristig nur dann eine Zukunft haben, wenn sie sich zusammenraufen. Die leise, aber geradlinige Herangehensweise, die man bei diesem Annähern gewählt hat, kann in anderen Bereichen durchaus als Blaupause dienen.

 
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