Kommentar

Bobic und die Büffel

Alexander Müller zur Jovic-Rückkehr nach Frankfurt

Im Mittelstand der Fußball-Bundesliga gibt es viele Beispiele für schlechtes Management. Schalke 04 natürlich, der 1. FC Köln darf nicht fehlen, und der Hamburger SV wurde für sein Dauer-Chaos ja bereits vor geraumer Zeit mit dem Ausschluss aus dem elitären Zirkel 1. Liga bestraft. Dass es auch ganz anders gehen kann, beweist seit einigen Jahren Eintracht Frankfurt. Sportvorstand Fredi Bobic hat den Club mit Sinn und Verstand weiterentwickelt: Vor Corona eilten die Hessen von Rekordumsatz zu Rekordumsatz, ohne dabei die traditionell wichtige Bindung zu den eigenen Fans zu vernachlässigen. Und sportlich geht der Trend, wenn man vereinzelte Leistungsdellen herausrechnet, ebenfalls stabil in die richtige Richtung. Mit den Höhepunkten des DFB-Pokal-Triumphs 2018 gegen den FC Bayern und die folgende spektakuläre Reise durch Europa, die erst im Halbfinale gegen den FC Chelsea endete.

Die Rückholaktion von Luka Jovic ist ein klassischer, charmanter Bobic-Transfer. Das finanzielle Risiko bleibt beim Leihgeschäft mit Real Madrid kalkulierbar, dafür steckt in der Rückkehr des verlorenen Anführers der „Büffelherde“ umso mehr sportliche Fantasie. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Jovic in Frankfurt wieder funktionieren könnte und in einer intakten Mannschaft zum entscheidenden Mosaikstein für noch größeren Erfolg wird.

Die Eintracht hat das Feld in der Liga zuletzt von hinten aufgerollt, auch weil mit dem überragenden Neuzugang Amin Younes die Kreativitätsprobleme im Mittelfeld beseitigt wurden – übrigens ebenfalls ein cleverer Bobic-Einkauf. Wenn die Eintracht jetzt auch noch den nahenden Abgang von Kapitän David Abraham kompensieren kann, sind die aufstrebenden Hessen ein heißer Kandidat für den Europapokal.