Kommentar

Chance ergriffen

Archivartikel

Peter W. Ragge zum neuen Festival auf der Seebühne

Wer hätte das gedacht? Vor ein paar Wochen drohte der Sommer für Kulturfreunde noch ziemlich trostlos zu werden. Der „Mannheimer Sommer“ vom Nationaltheater komplett online, was ebenso nicht Jedermanns Sache ist wie ein Autokino – ansonsten leider gähnende Leere im Terminkalender, weil Festivals abgesagt worden sind, Veranstaltungshäuser geschlossen bleiben und die Freilichtbühne erst gar nicht geöffnet wird.

Aber nun ist es doch wenigstens etwas anders gekommen. Stadtmarketing und Music Commission schicken an 15 Nachmittagen den Musik-Truck in die Stadtteile, das Open Air-Kino im Cinema Quadrat in K 1 ist sehr gut gestartet und nun passiert auch etwas auf der Seebühne.

Der Bau am Kutzerweiher ist perfekt für Kultur in Corona-Zeiten geeignet – weil groß genug und unter freiem Himmel. Das hätten auch schon andere merken können, statt nur zu jammern. Peter Baltruschat und Thorsten Riehle haben es erkannt, mit der Stadtpark-Gesellschaft einen Partner gefunden und schnell ein Festival mit namhaften regionalen Künstlern auf die Beine gestellt. Das Programm ist attraktiv und abwechslungsreich. Hoffen wir jetzt nur, dass es angenommen wird – und die Künstler dann etwas mehr bekommen als die 200 Euro Mindestgage, die ihnen zugesagt wurden. Denn das ist schon eine Untergrenze für Menschen, die von solchen – derzeit sehr wenigen – Auftritten leben müssen.

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