Kommentar

Coronavirus

Coronavirus: Praxisferne Bildungspolitik

Archivartikel

Mainz.Top Krisenmangement sieht wahrlich anders aus. Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat am Freitag gezeigt, wie man es besser nicht macht. Das ähnelte ja fast einer Hinhaltetaktik.

Der Reihe nach: Spätestens als Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Donnerstagabend gesagt hatte, dass Schulschließungen notwendig werden könnten, war klar, dass sich auch Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz einem solchen Weg nicht entgegenstellen könnten, wenn drumherum Kitas, Grundschulen und weiterführende Schulen dicht gemacht werden. Es war klar, dass das Thema spätestens am Freitagmorgen in den Staatskanzleien aufschlagen würde.

Umso wichtiger wäre es gewesen, bereits am Morgen für Klarheit zu sorgen. Was die Landesregierung in Mainz aber nicht tat. Sie ließ sich Zeit, bis in allen Schulen der Unterricht vorüber war und die Lehrer schon daheim. Um 13 Uhr bimmelte die Schulglocke zum Unterrichtsende. Erst um kurz nach zwei hieß es aus Mainz: Die Schulen bleiben vorerst bis nach Ostern zu.

Die Folge: Unsicherheit, schlechte Informationskanäle zwischen Schule und Erziehungsberechtigten sowie fehlende Arbeitsaufträge für die unterrichtslose Zeit. So oft wird kritisiert, wie praxisfern die Politik in mancher Hinsicht ist. Am Freitag lieferte die Regierung in Mainz den Beweis, dass das manchmal auch stimmt.

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