Kommentar

Das Beste daraus gemacht

Archivartikel

Peter W. Ragge zur „Mini-Mess in Corona-Zeiten

Der Name ist gewöhnungsbedürftig: „Fun & Food“, die englischsprachigen Ausdrücke für Spaß und Essen, stehen für das, was man in Verwaltungsdeutsch „mobiles Freizeitangebot“ nennt. Eine Mess darf es offiziell in Corona-Zeiten nicht sein.

Natürlich – das Angebot ist kleiner als sonst. Statt der üblichen über 150 Schausteller findet man nun gerade mal 40 Buden und Fahrgeschäfte. Aber schaut man sich vergleichbare Angebote in anderen Städten, etwa das „Nibelungenland“ in Worms, an, kann man den Mannheimer Organisatoren nur ein großes Kompliment machen.

Es ist richtig, dass man – im Gegensatz zu anderen Städten – auf einen symbolischen Eintrittspreis verzichtet. Die ganze Gestaltung, Wegeführung und Optik sind sehr ansprechend und familiengerecht, die Hygienehinweise ausreichend auffällig, aber doch nicht so aufdringlich angebracht, dass es einem schon den Spaß verdirbt, ehe man das erste Fahrgeschäft betreten hat. Die Fläche ist auch so groß, dass – würde man die Maßstäbe des Einzelhandels anlegen – über 3000 Menschen aufs Gelände dürften. Für Veranstaltungen gilt aber halt derzeit eine Obergrenze von 500.

Unter den Maßstäben der „neuen Normalität“, sprich des Alltags mit Corona-Virus, haben die Organisatoren aus der schwierigen Situation das Beste gemacht. Wenn jetzt das Publikum das Angebot wahrnimmt, aber die Spielregeln einhält, ist der Beweis erbracht, dass man trotz Infektionsrisiko feiern kann. Das kann Hoffnung machen für Weihnachtsmärkte und mehr.

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