Kommentar

Das Erbstück schützen

Archivartikel

Peter W. Ragge über den Wert der Anlage am Friedrichsplatz

Was für eine beeindruckende Phalanx! Sieben teils sehr prominente Namen, vom Ehrenbürger über die SPD-Stadträtin bis zu Repräsentanten namhafter Organisationen, haben den Appell zum besseren Schutz des Friedrichsplatzes unterschrieben. Das zeigt deutlich, dass es hier um weitaus mehr als ein paar Anwohner geht, die nur gepflegtes Grün vor der Haustür haben wollen. Hier melden sich engagierte, besorgte Bürger zu Wort, die sich – sehr mit Recht – um den wichtigsten Platz Mannheims sorgen. Er ist ein Erbstück vom Stadtjubiläum 1907, die Visitenkarte rund um unser Wahrzeichen, mit enormem Aufwand an Steuergeld gepflegt. Dann kann es nicht sein, dass die Anlage zur Picknick-, Spiel- und Liegewiese verkommt – davon haben wir genug an anderen Stellen.

Eigentlich ist die Rechtslage klar, hat der Gemeinderat all das eindeutig verboten, was in dem Brief kritisiert wird. Doch durchgesetzt wird dies kaum. Der Kommunale Ordnungsdienst ist nicht nur zu wenig präsent, sondern er bleibt auch zu oft passiv – weil es für eine konsequente Umsetzung der bestehenden Regeln weder Rückendeckung aus dem Rathaus noch gesellschaftlichen Konsens gibt. Aber die Stadtspitze muss sich dieses Themas annehmen. Schließlich kostet die Pflege des Platzes viel Geld, also muss man ihn schützen.

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