Kommentar

Das gute Miteinander

Archivartikel

Von wegen Turnen ist von gestern! Das Baden-Württembergische Landesturnfest 2018 in Weinheim war vor allem eines – jung. Der erste Eindruck verstärkte sich von Tag zu Tag, man sah in überwiegend junge Gesichter, tatsächlich machten die 12- bis 30-Jährigen mehr als die Hälfte der 12300 Teilnehmer aus. „Turnfeste sind ein Hammer, super Leute, tolle Stimmung. Das Beste ist die Gruppe an sich, Turner sind geile Leute, die nie Stress machen“, brachten Manuel (22) und Lorenz (16) aus Donaueschingen die Meinung ihrer Altersgenossen auf den Punkt.

Turnfeste sind aber auch positive Demonstrationen, dass Massen friedlich miteinander Sport treiben und feiern können. Belege, dass Disziplin, dass das Einhalten von Regeln beim Umgang miteinander und ausgelassene Fröhlichkeit keine Gegensätze sind – trotz Mitfieberns, trotz durchaus vorhandener Konkurrenz. Das ist beileibe keine neue Erkenntnis, denn ein gutes soziales Miteinander ist nun einmal das Markenzeichen von Turnfesten. Angesichts der katastrophalen Krawalle, die sich gerade im Mannheimer Carl-Benz-Stadion in der Fußball-Regionalliga abspielten, ist es aber einfach schön, dass turnerische Werte wie gegenseitiger Respekt und Akzeptanz nach wie vor Gültigkeit haben und gelebt werden. Wie schon 2013 das Internationale Deutsche Turnfest in der Metropolregion Rhein-Neckar sendete nun auch die etwas kleinere Ausgabe positive Signale, dass friedlicher Wettstreit möglich ist – nicht als Ausnahme, sondern immer. Daran könnte sich so manch ein Fußballer ein Beispiel nehmen.

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