Kommentar

Das kann noch dauern

 

Eins kann man dem Konzernchef von Heideldruck wirklich nicht vorwerfen: dass er zögerlich mit neuen Entwicklungen umgeht. Während manchem Unternehmen schon das Wort „Digitalisierung“ einen kalten Schauer über den Rücken zu jagen scheint, kommt Rainer Hundsdörfer mit jeder Menge Ideen um die Ecke. Auch die Entwicklung einer Ladesäule für Elektrofahrzeuge zeigt, dass er über genügend Pioniergeist verfügt, um das Unternehmen neu zu erfinden.

Die herkömmliche Druckindustrie hat einen beispiellosen Niedergang hinter sich. Geld lässt sich mit dem klassischen Geschäft kaum noch verdienen. Da ist es wichtig, den Mut zu beweisen, neue Wege zu gehen, um das erklärte Ziel zu erreichen: aus dem Konzern wieder die Perle der deutschen Industrie zu machen, die Heideldruck früher einmal war.

Aber dieser Weg ist lang, wie sich an der Bilanz zeigt. Das Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres ist nicht gerade berauschend, die Prognosen für das aktuelle eher verhalten. Anleger reagierten gestern enttäuscht und verpassten dem Konzern sogleich die Quittung. Und bis sich junge Techniken des Digitaldrucks oder die neuen Abonnement-Modelle im Ergebnis positiv niederschlagen, kann es noch dauern.

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