Kommentar

Das letzte Puzzleteil

Marc Stevermüer zu Ronaldo und Juventus Turin

Ramon Calderon warnte eindringlich vor einem Verkauf. „Man findet nicht so einfach einen Champion, der entscheidend ins Mannschaftsspiel eingebunden ist und mehr als 50 Tore pro Saison garantiert“, sagte der Ex-Präsident von Real Madrid, als der spanische Traditionsverein im vergangenen Sommer Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin transferierte. Er wusste um die Extraklasse dieses Ausnahmespielers – und dürfte sich nach der Gala des Portugiesen gegen Atlético Madrid bestätigt fühlen.

Denn als es auf ihn ankam, war Ronaldo da. Wieder einmal. Längst hat der Superstar alle Ehrungen und Titel gewonnen, Rekorde aufgestellt und sich einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Er ist eben ein Phänomen, einer der Größten aller Zeiten – und trotz aller Erfolge immer noch vom Ehrgeiz getrieben.

Dieses seltene Gesamtpaket aus Gier und Klasse führt dazu, dass Ronaldo jede Mannschaft der Welt auf ein höheres Niveau hebt. Auch Juventus Turin, den Champions-League-Finalisten von 2015 und 2017, der seit 1996 auf den Triumph in der Königsklasse wartet. Mit Ronaldo könnten die Italiener das letzte Puzzleteil für den großen Coup gefunden haben. Und selbst wenn der nicht gelingt: Die ganzen Nörgler, die vor wenigen Monaten die 117 Millionen Euro Ablöse für den damals 33-Jährigen kritisierten, dürften seit Dienstag verstummt sein. Ronaldo ist sein Geld wert. Ramon Calderon hat es schon immer gewusst.