Kommentar

Das Rennen ist eröffnet

Heiko Brohm über die mögliche Nachfolge für Ulrike Freundlieb

 

Zeitweise gingen die Gerüchte durchs Rathaus, Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb wolle womöglich noch eine Amtszeit dranhängen. Damit hat sie jetzt aufgeräumt. Sie will ihren Job zu Ende machen, im Herbst des nächsten Jahres ist Schluss. Freundlieb wird dann 66 Jahre alt sein – das Streben nach einer neuen, immerhin achtjährigen Amtszeit wäre da doch eine Überraschung gewesen.

Jetzt, da die Ansage der Bürgermeisterin auf dem Tisch liegt, werden sich potenzielle Nachfolger ins Gespräch bringen. Das Rennen ist also eröffnet innerhalb der SPD – denn ihr steht nach den bisherigen Mehrheitsverhältnissen im Gemeinderat der Posten zu, die Sozialdemokraten hatten seinerzeit auch Freundlieb auf ihr Ticket vorgeschlagen. Geredet wird derzeit über den SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Fulst-Blei. Er ist bildungspolitischer Sprecher der Stuttgarter Landtagsfraktion, also im Thema. Das trifft auch auf Lena Kamrad zu, die bildungspolitische Sprecherin der Mannheimer SPD-Fraktion ist. Und wer weiß, vielleicht tauchen bis zum Herbst 2019 auch noch ganz andere Namen auf? Das wird spannend.

Die ganz andere Frage ist allerdings, ob es überhaupt noch so lange dauert. Es gibt zumindest Gerüchte, die SPD würde die Wahl gerne vorziehen, um der Kommunalwahl im Frühjahr zuvorzukommen – offenbar fürchtet sie ein schlechteres Abschneiden und damit den möglichen Verlust des Bürgermeisterpostens. Das Ansinnen wäre zwar verständlich – aber dennoch falsch. Die Wahl sollte dem neuen Gemeinderat überlassen bleiben, schließlich bleibt dann noch genug Zeit.

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