Kommentar

Das Wasser bis zum Hals

Archivartikel

Alexander Müller zu den Titelchancen des FC Bayern

Am Melwood Drive, dem Trainingsgelände des FC Liverpool, dürften die Aufzeichnungen vom Bundesliga-Kick von Bayer Leverkusen gegen den FC Bayern in den kommenden Tagen mehr als einmal über die Bildschirme flimmern. Die 1:3-Auswärtsniederlage der Münchner liefert dem Trainer-Team um Jürgen Klopp perfekten Anschauungsunterricht, wie der deutsche Rekordmeister in den anstehenden Champions-League-Duellen zu knacken ist. Kurz zusammengefasst: Auf rasant vorgetragenen Umschaltfußball reagieren die Bayern enorm empfindlich. Keine guten Aussichten für die Saison-Höhepunkte gegen die „Reds“, die mit Mo Salah oder Roberto Firmino eine noch höhere Offensivqualität auf den Rasen bringen als Leverkusen.

Auf nationaler Ebene steht den erfolgsverwöhnten Münchnern das Wasser seit dem Rückschlag im Rheinland endgültig bis zum Hals. Die Hoffnungen, Spitzenreiter Dortmund gleich zu Beginn des neuen Jahres unter Druck zu setzen, um dann spätestens im direkten Duell am 6. April auf die Überholspur zu wechseln, haben sich zerschlagen. Das hängt damit zusammen, dass der BVB die schweren Auswärtsaufgaben in Leipzig (1:0) sowie Frankfurt (1:1) souverän über die Bühne gebracht hat und insgesamt sehr stabil wirkt. Der Meister schleppt zudem noch die Hypothek aus dem vergangenen Herbst mit sich herum, als gegen Gladbach, Freiburg oder Düsseldorf im eigenen Stadion wichtige Zähler liegengelassen wurden. Im Vergleich zur Vorsaison haben die Münchner deshalb acht Punkte weniger auf dem Konto. Wenn Dortmund nicht mehr eklatant einbrechen sollte, sind die bayerischen Titelchancen seit dem Wochenende auf ein Minimum gesunken.