Kommentar

Daumen hoch!

Anja Görlitz zur Aktion der Heddesheimer Kandidaten

Exakt 50,62 Prozent betrug die Wahlbeteiligung in Heddesheim bei der Gemeinderatswahl vor fünf Jahren. Das ist zwar knapp über dem Landesdurchschnitt, aber fraglos steigerungsfähig. Wenn sich also Kandidaten bemühen, mehr Wähler an die Urnen zu locken, schadet das ganz sicher nicht. Natürlich handeln junge Bewerber auch aus eigenem Interesse, wenn sie speziell ihre Generation ansprechen. Aber auch das ist berechtigt. Schließlich haben es gerade neue Gesichter ungleich schwerer, einen Platz am Ratstisch zu erobern als jene, die dort schon jahrelang sitzen. Und die nutzen ihre Kontakte ja auch.

Mutig von den zehn Heddesheimer Kandidaten ist die Überparteilichkeit ihrer Aktion. Dass sie gerade deshalb nicht überall auf ungeteilte Begeisterung stoßen wird, dürfte klar sein. Dabei entscheidet bei der Gemeinderatswahl ohnehin vor allem die Persönlichkeit: Wen man kennt und mag, kreuzt man eben bereitwilliger an – auf welcher Liste auch immer. Und um Bekanntheit zu steigern, eignen sich die Sozialen Medien natürlich hervorragend. X-fach auf allen Kanälen geteilt, dürfte der Wahlaufruf der Gruppe also tatsächlich den einen oder anderen Wähler aufrütteln, der sonst am 26. Mai zu Hause geblieben wäre. Dafür: Daumen hoch!

Die eigentliche Herausforderung beginnt freilich nach der Wahl. In einem wie auch immer zusammengesetzten Gemeinderat lassen sich die Parteigrenzen nicht mehr so leicht sprengen wie beim Treffen unter Freunden. „Es geht um die Sache“, sollte aber selbstverständlich auch dort gelten. Und ist auch kein schlechter Plan, um für (Kommunal-)Politik und Wahlbeteiligung zu werben.