Kommentar

Demut tut allen gut

Archivartikel

Steffen Mack über den SV Waldhof und die verärgerten Fans

Vor dem Saisonstart am Samstag haben leider wieder viele die Bilder vor Augen. Dauerfeuerwerk im Waldhof-Block, Spielabbruch nach 82 Minuten, Prügeleien zwischen Fans. Ein rabenschwarzer Tag für den Verein. Allerdings darf man die absolute emotionale Ausnahmesituation am 27. Mai nicht vergessen, als zum dritten Mal in Serie der ersehnte Aufstieg verpasst wurde.

Das entschuldigt nichts, verringert aber die Wiederholungsgefahr. Künftig steigt der Regionalliga-Meister direkt auf, Schicksalsspiele am Ende fallen weg.

Dennoch musste der Verein reagieren. Die lange Leine, die er organisierten Fans ließ, ist rigoros gekappt. Zu Recht. DFB, Stadt, aber auch einige Sitzplatzzuschauer und viele Außenstehende haben nichts anderes erwartet. Allein eine Maßnahme – der Entzug der Otto-Siffling-Tribüne – ging zu weit. Damit hat der Verein die Fanszene, in der die Empörung über manche Ultras ebenfalls groß war, geschlossen gegen sich aufgebracht. Darunter dürfte die Stimmung sehr leiden.

Das ist bedauerlich. Damit wäre der SVW seiner größten Stärke beraubt: dass schon 2500 lautstarke Anhänger das 25 000 Zuschauer fassende Stadion zum Hexenkessel machen.

Doch so verständlich der Ärger der Fans ist, sollten sie nicht verdrängen, was Aktion und was Reaktion war. Auch wenn die allermeisten für das Verhalten von 50 Idioten nichts können, tut Demut allen gut. Und stark sein können die Blau-Schwarzen nur gemeinsam. Also: Fahnen hoch und wieder friedlich feiern!

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