Kommentar

Der Druck steigt

Archivartikel

Jürgen Berger zur Situation bei Schalke 04

Über mangelnde Rückendeckung kann sich Domenico Tedesco trotz des verpatzten Bundesligastarts von Schalke 04 nicht beklagen – und auch der Trainer-Aufsteiger versucht bei seiner Krisenbewältigung, alle Beteiligten ins Boot zu holen. Das ist eine gute Taktik.

Noch hat der frühere Hoffenheimer Jugendcoach aufgrund der Vizemeisterschaft Kredit. Doch der Druck steigt beim nach fünf Spielen sieglosen Tabellenschlusslicht – und es gibt jede Menge Baustellen. In der Offensive fehlt die Effektivität, im Mittelfeld die Kreativität, die Abwehr plagen immer wieder Zuordnungs- sowie Systemprobleme. Dabei laufen nicht nur die hochkarätigen Neuzugänge Mark Uth, Salif Sané und Sebastian Rudy ihrer Topform hinterher.

Tedesco, der bisher viel an seiner Aufstellung herumexperimentiert hat, muss nun zeigen, dass er auch unter Druck mit kühlem Kopf Probleme bewältigen kann – als Psychologe und als Taktikfuchs. Dazu benötigt er eine klare Linie, um die Mannschaft wieder zu einem funktionierenden Kollektiv zu formen.

Die Chemie zwischen Trainer und Team scheint mit Blick auf die gute Trainingswoche zu stimmen. Das ist allerdings nur die Basis für ein erfolgreiches Krisenmanagement – Tedesco braucht dringend den ersten Sieg.