Kommentar

Der Hype ist vorbei

Archivartikel

Alexander Müller zur Situation bei Eintracht Frankfurt

Die Zeit auf dem Sonnendeck des Erfolgs ist endlich. Eine clevere Transferpolitik, der von Tausenden Fans begleitete Triumphzug durch die Europa League, der attraktive Stil unter Trainer Adi Hütter – in der vergangenen Spielzeit galt Eintracht Frankfurt als die vielleicht süßeste Versuchung der Fußball-Bundesliga. Doch wenige Wochen nach dem Saisonstart sind die Hessen wieder in der Realität angedockt. Der Hype am Main ist vorbei.

Das dürftige 0:1 in den Europapokal-Play-offs bei Racing Straßburg deckte deutliche Risse in der lange so heilen Frankfurter Welt auf. Für die größte Unruhe sorgt die Personalie Ante Rebic. Der schweigsame Kroate, diesen Verdacht legen seine lustlosen Auftritte nahe, ist nicht mehr mit der notwendigen Überzeugung bei der Sache. Dass er von Trainer Hütter öffentlich an den Pranger gestellt wurde, lässt tief blicken. Aber Rebic ziehen zu lassen, kann sich die Eintracht gut eine Woche vor dem Ende der Transferperiode im Grunde nicht mehr leisten. Einen gleichwertigen Ersatz zu besorgen, dürfte in der Kürze der Zeit unmöglich sein.

Die Personalpolitik ist ohnehin nicht mehr frei jeder Kritik. Der Kauf von Bas Dost stockt, weil der niederländische Angreifer mit seinem aktuellen Club Sporting Lissabon weiter ums Geld streitet. Eine Posse, die die sportlichen Ziele – siehe Straßburg – schon gefährdet. 47 Treffer hat die Eintracht in Person von Luka Jovic und Sebastien Haller verloren – das wurde bisher nicht kompensiert. Und im Mittelfeld hat die Eintracht zwar viele Zweikämpfer wie Gelson Fernandes oder Dominik Kohr im Aufgebot, aber zu wenig spielerische Finesse.

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