Kommentar

Der Kreis schließt sich

Stefan Skolik zum Comeback von Golf-Star Tiger Woods

Mit dem Triumph im Augusta National Golf Club hat sich für Tiger Woods ein Kreis geschlossen. Der Superstar nahm nach dem Sieg seine Kinder Sam und Charlie sowie seine Mutter Kultida in die Arme. Vor 22 Jahren war er an genau der gleichen Stelle seinem Vater, Trainer und Förderer Earl Woods um den Hals gefallen. Der erste Masters-Sieg 1997 leitete eine einzigartige Karriere ein – die nun eine beeindruckende Fortsetzung gefunden hat.

Keine Frage: Der Tiger brüllt wieder. Er hat sich für seinen harten Kampf in den vergangenen Jahren belohnt und in den Kreis der prominentesten Sportler der Welt zurückkatapultiert. Der heute 43-Jährige ist jetzt heraus aus dem absoluten Tief mit Scheidung, zahllosen Affären und einer Verhaftung wegen Drogenkonsums am Steuer.

Als dann noch die gesundheitlichen Probleme hinzukamen und Knie und Rücken operiert werden mussten, schien sogar die Fortsetzung seiner Karriere akut gefährdet. Comebackversuche scheiterten. Doch der Mann, der 683 Wochen an der Spitze der Weltrangliste stand, hat all dies mit beispiellosen Nehmerqualitäten überwunden – das nötigt tiefsten Respekt ab.

Einzigartige Erfolgsgeschichte

Alle Sympathien sind Woods zugeflogen, die märchenhafte Rückkehr des scheinbar Gescheiterten an die Spitze der Golf-Welt liest sich als genau die Erfolgsstory, die gerade im Sport – aber nicht nur dort – als leuchtendes Vorbild dienen kann. Kampfgeist, Willensstärke, Comeback-Qualitäten, Optimismus ausstrahlen – das macht die Woods-Wiederauferstehung so einzigartig.