Kommentar

Der Zauber des Pokals

Alexander Müller über einen packenden Wettbewerb

Es hat nicht viel gefehlt, dass am Modus des DFB-Pokals herumgedoktert worden wäre. Setzlisten, Freilose für Europapokal-Teilnehmer, eine Aufblähung von 64 auf 182 Teilnehmer – die Diskussion trieb wilde Blüten. Am Ende blieb beim mittlerweile 83 Jahre alten Traditionswettbewerb zum Glück alles so, wie es sich bewährt hat. Und großartige Pokalabende wie der vom Dienstagabend beweisen, dass dies die goldrichtige Entscheidung war.

Der fesselnde Thriller von Dortmund wird am Jahresende garantiert in den Hitlisten der besten Spiele des Jahres landen. Die furiosen, nie aufsteckenden Bremer mit ihrem legendären Tor-Methusalem Claudio Pizarro feierten am Ende im Elfmeterschießen ihren vielleicht emotionalsten Sieg der Saison. In Heidenheim hatte der dort beheimatete schwäbischen Zweitligist kurz zuvor Bayern-Bezwinger Leverkusen wieder auf Normalmaß gestutzt. Alles nur möglich unter den speziellen Rahmenbedingungen des Pokals, bei dem in 90 oder 120 Minuten Qualitäts- und sogar Klassenunterschiede verschwimmen können.

Niemand weiß das besser als Eintracht Frankfurt. In diesen Tagen kommt ein Film ins Kino, der den märchenhaften Final-Triumph der Hessen über den großen FC Bayern im vergangenen Mai nacherzählt. Der sagenhafte Tag, als Gacinovic zum 3:1 traf, hat bei der Eintracht eine emotionale Initialzündung ausgelöst, die den Verein gleich mehrer riesige Schritte gleichzeitig nach vorne katapultiert hat. „Ich werde wahrscheinlich bis an mein Lebensende Begegnungen haben, bei denen Leute mir von diesen Momenten erzählen“, hat Frankfurts Präsident Peter Fischer dazu gesagt. Das macht den Zauber des Pokals aus.

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