Kommentar

Die doppelt schwere Last

Archivartikel

Der SV Waldhof bleibt viertklassig. Sportlich hat es nicht gereicht, denn der KFC Uerdingen war in den beiden Aufstiegsspielen zweimal der Sieger. Und nun hat es auch nicht in der Verlängerung am grünen Tisch geklappt. Wohlgemerkt, es ist nicht der SV Waldhof, der die DFB-Funktionäre an den grünen Tisch geholt hat. Die Prüfung der Vorgänge um Liquiditätsreserven und das nun gefällte Urteil für Uerdingen kamen aus dem Antrieb des DFB, also sozusagen von der Aufstiegs-„Genehmigungsbehörde“.

Ungeachtet dessen zeichnet sich ab, dass auf die Waldhöfer – egal ob in 3. oder 4. Liga – eine ungemütliche Zeit mit doppelter Last wartet. Zum einen nimmt der Club aus dem Mannheimer Norden die skandalösen Vorfälle mit Raketen, Böllern und bengalischen Feuern vor zehn Tagen auf der Tribüne im eigenen Stadion mit in die neue Saison. Die Ereignisse hatten bekanntlich zum Abbruch des Spiels gegen Uerdingen beim Stand von 1:2 im Carl-Benz-Stadion geführt. Hier ist noch offen, welche Schritte der Deutsche Fußball-Bund beschließt. Das kann – neben Geldstrafe – auch zu festgelegten Punktabzügen oder zu Spielen ohne Publikum führen. Jede dieser Maßnahmen träfe die Waldhöfer hart. Zum anderen ist der Druck nach nunmehr drei gescheiterten Aufstiegsversuchen riesengroß – selbst dann, wenn alle Verantwortlichen das Gegenteil behaupten.

So oder so muss der SV Waldhof in seiner Fan-Kultur aufräumen und die echten Krawall-Macher dauerhaft bannen. Denn je höher ein Verein in der Fußball-Welt will, um so mehr müssen auch die gelegentlichen Besucher, mögliche neue Sponsoren und neue Freunde sehen können, dass sie in ein gepflegtes und gehegtes Fußball-Umfeld kommen. Begeisterung – Ja! Böller, Bengalos, Raketen – Nein!

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