Kommentar

Die Erben Tasmanias

Archivartikel

Alexander Müller zur Situation im Abstiegskampf

Viel wurde in der vergangenen Woche über Tasmania Berlin geredet, den Maßstab für Misserfolg in der Fußball-Bundesliga. Schalke 04 schickte sich an, den historischen Negativrekord der Tasmanen mit 31 Spielen ohne Sieg einzustellen – bis die TSG 1899 Hoffenheim am Samstag vorbeischaute, um sich eine 0:4-Klatsche abzuholen. Nun diskutieren die Experten nicht mehr über Tasmania, sondern über das erbärmliche Niveau am Ende der Tabelle in diesen Tagen. Krise, wohin man blickt.

Wenn die anderen nicht noch viel schlechter wären, müsste man sich über Hoffenheim echte Sorgen machen. Nur der Überraschungssieg bei entkräfteten Gladbachern kurz vor Weihnachten schönt eine verheerende Zwischenbilanz der TSG in der Liga – bei einer weiteren Niederlage gegen Aufsteiger Bielefeld am Samstag hätte der angezählte Trainer Sebastian Hoeneß endgültig keine Argumente mehr auf seiner Seite.

Den Mann an der Seitenlinie schon zum zweiten Mal in dieser gewechselt hat der FSV Mainz 05 – gebracht hat es beim 0:2 gegen Frankfurt wieder nicht besonders viel. Die zarten Ansätze der Besserung unter Ex-Profi Bo Svensson werden nicht reichen, die Rheinhessen benötigen mit erst sechs Zählern nach dem 15. Spieltag ein mittleres Fußball-Wunder.

Dass das rettende Ufer selbst für die über Monate desolaten Mainzer noch in Sicht ist, gehört zu den grotesken Begleiterscheinungen des Schneckenrennens der Versager im Tabellenkeller. Der 1. FC Köln, als 16. unverdienterweise auf dem Relegationsplatz, hat im neuen Jahr bei den beiden Niederlagen gegen Augsburg (0:1) und in Freiburg (0:5) seine Ambitionen auf einen Startplatz in der 2. Liga noch einmal mit Nachdruck untermauert.

Mittlerweile kann man noch am ehesten Schalke zutrauen, mit ein paar Siegen den Klassenerhalt zu schaffen. Ja, richtig gelesen, Schalke. Der Club, der sich zuletzt zum Gespött der Szene gemacht hat. Mehr muss man über die entsetzliche Qualität unter Tasmanias Erben nicht wissen.

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