Kommentar

Die Gretchenfrage

Das Zögern muss ein Ende haben, fordern die Freunde und Förderer des Herschelbades seit Jahren. Immerhin zeichnete sich bereits 2013 ab: Die Hoffnung auf einen Investor für das Kulturdenkmal wird sich angesichts der Herkulesaufgabe der denkmalgerechten Innensanierung trotz intensiver Marktsondierung nicht erfüllen. Europaweite Ausschreibung, Bieterverfahren, wettbewerblicher Dialog – alles brachte keinen Erfolg. Wie sich die Parteien im Gemeinderat die Zukunft des Ensembles vorstellen, blieb ebenfalls unklar. Dann das Bäderkonzept: Die Schweizer Firma Kannewischer schlug vor, das Herschelbad (nach der Verlagerung des Schulschwimmens ins neue Kombibad) zu einem exklusiven Erholungsbad umzubauen, um die defizitäre Einrichtung (1,6 Mio. Euro im Jahr minus) künftig kostenneutral betreiben zu können. Doch Mannheim ist nicht Baden-Baden. Und so regte sich schnell Widerstand, wurden Zweifel an dieser exklusiven Nutzung laut. Einen wirtschaftlichen Betrieb wird es mit einer kleinen Lösung aber wohl nicht geben. Und so bleibt die Gretchenfrage: Wie hält es die Politik mit dem Steuergeld, wird das wie bisher weiter ins Badevergnügen fließen?

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