Kommentar

Die Hoffnung wächst

Lars Müller-Appenzeller zieht eine Tournee-Bilanz

Zehn Tage, vier Schanzen und am Ende vier Springer, die sich den goldenen Adler schnappen können – die 68. Vierschanzentournee war ein besonders spannendes Spektakel. Natürlich: Dawid Kubacki ist der verdiente Gesamtsieger. Weil der Skispringer aus Polen in Addition der acht Durchgänge schlichtweg fehlerlos und der Beste war. Und dem Konkurrenzdruck im finalen Durchgang von Bischofshofen souverän standgehalten hat.

Beeindruckend war auch die Vorstellung von Karl Geiger. Der konstanteste Springer des Winters war als Dritter mit den Fingern so nah dran am goldenen Tourneeadler wie kein anderer Deutscher seit Sven Hannawald vor 18 Jahren. Ein Podestplatz bei der Vierschanzentournee hat auch einen gewissen Wert. Aber nicht nur die Fans der schwarz-rot-goldenen Adler hoffen seit Hannawalds Grand Slam auf mehr. 2020/21 also auf ein Neues. Was Hoffnung macht: Mit Geiger, Eisenbichler sowie den im nächsten Winter zurückkehrenden Wellinger gibt es mehrere aussichtsreiche Kandidaten auf den Tourneesieg, und mit dem neuen Bundestrainer Stefan Horngacher haben die deutschen Springer definitiv den richtigen Chef.

Die Tournee funktioniert. Auch nach bald 70 Jahren. Wobei es dieses Mal organisatorische Probleme gab. Und endlich Einsicht. Die 20 000 Schweizer Franken, also 18 400 Euro, die Gesamtsieger Dawid Kubacki bekommt, sind ein schlechter Witz. Tournee-Präsident Johann Pichler kündigte eine Erhöhung des Preisgeldes an. Nach diesem Spektakel muss man sagen: Es ist höchste Zeit.