Kommentar

Die Industrie macht’s schwer

Archivartikel

Nachhaltig sind sie definitiv. Und es wäre doch nur zu befürworten, wenn es in Zukunft noch mehr Läden wie „Eddie’s verpackungsfrei einkaufen“ geben würde. Denn: Die Deutschen produzieren jährlich 38 Kilogramm Plastikmüll pro Kopf. Das geht aus dem Plastikatlas 2019 hervor, der vom Bund für Umwelt und Naturschutz veröffentlicht wurde. Und laut einem Report des Zentrums für Internationales Umweltrecht gibt es einen Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und Plastik – durch die Produktion und die Entsorgung gelangen in diesem Jahr mehr als 850 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Das ist in etwa so viel, wie 136 Kohlekraftwerke im gleichen Zeitraum ausstoßen. Das bedeutet: Wenn wir nun alle unverpackt einkauften, würden wir die Erderwärmung deutlich verlangsamen.

Ein großes „Aber“ zerstört jedoch diese Illusion: Die Produktionsabläufe in der Industrie sind auf Plastik gepolt. Ein nachhaltigerer Weg kostet Geld – und zwar für den Produzenten, den Händler und letzten Endes den Kunden. Wer nicht stark auf Konsum verzichten möchte und nicht zu den Besserverdienenden gehört, kann sich den Wocheneinkauf in solchen Läden schlichtweg nicht leisten. Schuld sind also nicht der Händler oder der Konsument. Die Industrie macht Nachhaltigkeit schwer. Dort sollte es endlich „Klick“ machen.

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