Kommentar

Die Kraft der Argumente

Archivartikel

Dass es in Mannheim aufgrund der Corona-Beschränkungen Gewalt gegen Polizeibeamte und Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes gab, ist nicht hinzunehmen. Zumal die ungeliebten Regeln ja der Gesundheit aller Menschen dienen sollen und außerdem in diesen Tagen stückweise zurückgenommen werden.

Vor diesem Hintergrund wirken die Attacken vom Wochenende noch irrationaler. Da ist es richtig, dass neben der konsequenten Strafverfolgung auch weiterhin auf die Kraft der Argumente gesetzt wird. Insofern haben Oberbürgermeister Kurz und Polizeipräsident Stenger recht, wenn sie weiterhin auf Aufklärung pochen. Dazu gehört auch, dass die im Netz verbreiteten Filmsequenzen, die das arg robuste Vorgehen eines Polizisten gegen einen Jugendlichen zeigen, samt Vorgeschichte untersucht werden müssen.

Alles andere könnte Kräften Vorschub leisten, die von „Meinungsdiktatur“, „Polizeistaat“ und „Lügenpresse“ fabulieren. Proteste gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus nehmen an Fahrt auf, schon warnen Politiker vor der Radikalisierung mancher Akteure. Das alles könnte einen Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie und unser friedliches Zusammenleben gefährden. Politik und Behörden sollten jetzt nicht nervös werden. Sie müssen auch weiterhin auf die Kraft der Argumente bauen und Straftäter konsequent verfolgen.

 
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