Kommentar

Die letzte Patrone

Alexander Müller zur Krise beim 1. FC Kaiserslautern

Die Führungsetage eine Wiege permanenten Chaos‘, auf dem Platz reiht sich Tiefpunkt an Tiefpunkt: Der 1. FC Kaiserslautern ist im November 2019 ein Verein, der direkt am Abgrund steht.

Der Trainerwechsel von Sascha Hildmann zu Boris Schommers ist völlig wirkungslos verpufft – sieht man einmal vom etlichen glücklichen Umständen geschuldeten Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Nürnberg ab. In der 3. Liga hat sich die Situation seit dem Amtsantritt des neuen Coachs noch einmal drastisch verschärft: Mickrige vier Punkte aus sechs Spielen unter Schommers haben den viermaligen deutschen Meister auf Abstiegsplatz 18 stürzen lassen – viel weiter runter geht es nicht mehr.

Energien freisetzen

Schommers, der bereits siebte Übungsleiter auf dem Schleudersitz am Betzenberg seit dem Abstieg in die 3. Liga vor zweieinhalb Jahren, greift nach nur sieben Wochen beim FCK schon zu seiner mutmaßlich letzten Patrone. Mit der Ausbootung eines Trios, darunter Kapitän Christoph Hemlein, und der gleichzeitigen Beförderung von drei Talenten aus der zweiten Mannschaft will der Rheinländer die – offenkundig nicht funktionierende – Hierarchie in der Mannschaft aufbrechen.

Die Maßnahme soll neue Energien freisetzen und Blockaden lösen, damit die zweifelsohne vorhandene Qualität im Kader endlich auch die erforderlichen Ergebnisse einbringt.

Denn eines ist klar: Bei einem Abstieg in die Regionalliga wäre der stolze Traditionsverein FCK endgültig dem Untergang geweiht.