Kommentar

Die richtige Richtung

Archivartikel

Michael Schwarz zu den Bildungsreformen

Baden-Württembergs Landesregierung räumt zwei bildungspolitische Themen ab, über die lange gestritten wurde. So ist der Ausbau der Ganztagsschulen von zentraler Bedeutung. Hier geht es darum, dass beide Elternteile arbeiten können – während ihr Kind ganztags gut betreut wird. Gerade in Zeiten von Unterrichtsausfall und Lehrermangel wird es aber immer schwieriger, den Schultag kontinuierlich so zu verlängern, dass Kinder bestmöglich gefördert werden. Grüne und CDU haben sich allerdings viel zu lange bei der Wahl des richtigen Modells verhakt.

Ist der von den Grünen präferierte, rhythmisierte Ganztag sinnvoller? Oder doch das flexible Modell der CDU? Unter dem Strich können diese Entscheidung nur die Kommunen vor Ort treffen. Sie wissen, welchen Bedarf es gibt. Allerdings kennt die Flexibilität auch ihre Grenzen. Zum einen kann nicht Woche für Woche der Unterricht neu organisiert werden. Zum anderen müssen die Kommunen selbst Betreuungsangebote außerhalb der Schulstunden mit Vereinen oder Eltern organisieren. Nur wenn dies gelingt, wird die Ganztagsschule auch langfristig angenommen.

Eine weitere Einigung erzielte Grün-Schwarz bei der Besserstellung von Rektoren. Diese ist nötig, weil es immer weniger Pädagogen gibt, die sich Leitungsfunktionen zutrauen. Dies zeigt die anhaltend hohe Zahl offener Stellen. Ob jedoch ein höheres Gehalt und mehr Entlastung durch Assistenten dazu beitragen, bleibt abzuwarten. Die Reform geht aber in die richtige Richtung.