Kommentar

Die Richtung stimmt

Jürgen Berger zum Hoffenheimer Trainingslager

Julian Nagelsmann hat in Windischgarsten einen Schwerpunkt auf das Spiel im letzten Drittel gelegt, um gegen tiefstehende Gegner künftig besser auszusehen. Der Trainer arbeitet vor der Champions-League-Premiere akribisch daran, die Schwächen seines Teams zu beheben und die Variabilität weiter zu steigern. Nagelsmann weiß vor seiner Abschiedssaison genau, dass der angestrebte nächste Höhenflug nur gelingen kann, wenn ihm mit seiner Mannschaft ein weiterer Evolutionssprung gelingt.

Die Chancen stehen nach den Eindrücken in Oberösterreich gut. Die nötige Gier, es diesmal auf der internationalen Bühne besser zu machen, ist bei den Spielern spürbar. Und auch Nagelsmann will sich unbedingt mit einem weiteren Paukenschlag nach Leipzig verabschieden, was seinen Einstand bei RB sicher vereinfachen würde.

Von den Hoffenheimer Neuzugängen erweisen sich bisher Leonardo Bittencourt und Vincenzo Grifo als belebende Elemente – vom neuen Innenverteidiger Kasim Adams Nuhu wird ebenfalls einiges erwartet. Die Richtung und die Dynamik stimmen, auch wenn Joshua Brenet und Ishak Belfodil noch leichte Anlaufprobleme haben.

Großer Konkurrenzkampf

Der immense Konkurrenzkampf auf fast allen Positionen treibt an und duldet kein Nachlassen. Das ist ein Luxusproblem. Um mittelfristig keine Unruhe im Kader aufkommen zu lassen, wird es allerdings sicher noch ein, zwei Justierungen geben.

Eine Schlüsselrolle kommt WM-Finalist Andrej Kramaric zu. Der kroatische Nationalstürmer ist für Hoffenheim nach den Abgängen von Serge Gnabry und Mark Uth in der Offensive unersetzlich.

Den neu aufgestellten FC Bayern erwartet bei der Bundesliga-Eröffnung in drei Wochen ein sehr unangenehmer Gegner, der über das Potenzial verfügt, im Idealfall wieder in den Top drei zu landen und in der Königsklasse für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.