Kommentar

Die Richtung stimmt

Thorsten Langscheid über die Ausbaupläne der Verkehrsbetriebe

Den Ausbau des Nahverkehrs in Sonntagsreden zu fordern, ist eine Sache. Neue Strecken und neue Linien zu konzipieren, zu verwirklichen und zu betreiben, eine ganz andere. Die RNV hat seit dem Bau der B-Linie durch den Lindenhof in den 1990er Jahren und der Umstellung auf das damals MVG 2000 genannte Liniensystem mit dem Zehn-Minuten-Takt zehntausende neue Fahrgäste an sich gebunden. Die später dazugekommenen Neubaustrecken nach Neuhermsheim und die Stadtbahn Nord waren – obwohl anfangs umstritten – ähnlich erfolgreich wie die B-Linie.

Gut, dass man nun, mit dem Entstehen neuer Wohngebiete, wiederum neue Verbindungen für den Öffentlichen Nahverkehr plant. Neue Stadtbahnzüge wurden bestellt, hinzu kommen neue Busse und – zumindest als Modellversuch – günstigere Tickets für alle, die bei der Fahrt in die Stadt das Auto stehen lassen.

Doch das alles ist kein Selbstläufer. Dass es nun gelungen ist, wichtige Neubauvorhaben und dringend notwendige Modernisierungen alter Haltepunkte in eines der größten Ausbauprogramme der RNV zusammenzupacken und zu finanzieren, ist Ergebnis klugen Verwaltungshandelns. Die drei großen Fraktionen des Gemeinderats signalisierten deswegen bereits ihre grundsätzliche Zustimmung, den städtischen Anteil an dem 140- bis 160-Millionen-Euro-Paket zur Verfügung zu stellen.

Damit alle geplanten Neu- und Umbauten bis 2026 fertig werden, müsste jetzt mit Höchstgeschwindigkeit ans Werk gegangen werden. Aber selbst, wenn der Nahverkehrsausbau etwas langsamer voran ginge – die Richtung stimmt allemal!

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