Kommentar

Diese Stadt bietet etwas

Stellen Sie sich vor: Ein 26-jähriger Informatiker, der gerade seinen ausgezeichneten Studienabschluss in der Tasche hat, ist auf Jobsuche. Er hat zwei exakt gleichwertige Angebote in Deutschland, eines in einer langweiligen, das andere in einer belebten Stadt. Sehr wahrscheinlich ist doch: Eine Stadt, die den 26-Jährigen als Einwohner gewinnen möchte, muss einiges bieten. Und dazu zählen Möglichkeiten, abends auszugehen.

In Mannheim hat sich diesbezüglich eine Menge getan, für die Größe der Stadt ist hier viel los. Und mit dem Jungbusch ist eine Ausgehmeile entstanden, die längst regional bekannt ist. Das bringt Probleme mit sich, schließlich ist der Stadtteil auch ein Wohnviertel. Der Feier-Lärm macht da einigen zu schaffen – und der 26-jährige Informatiker will ja nicht nur feiern, sondern auch mal in Ruhe schlafen. Hier gilt es, die Interessen abzuwägen und Kompromisse zu finden – die Entwicklung des Nachtlebens muss man eben auch steuern. Das klappt sicher nicht immer, doch es scheint zumindest in großen Teilen zu gelingen.

In der Nachbarstadt Heidelberg kann man beobachten, welche Probleme es im Nachtleben auch geben kann. Dort gehen Innenstadtbewohner wegen des Feierlärms auf die Barrikaden, gleichzeitig haben so viele Discos geschlossen, dass von einem „Club-Sterben“ die Rede ist. Ein aufmerksamer, gut vernetzter Vermittler wie ein Nachtbürgermeister kann helfen, solche Entwicklungen schon frühzeitig zu verhindern.

 
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