Kommentar

Druck von allen Seiten

Rolf Obertreis über die Probleme der PS-Schau

Selten stand die Automobil-Branche vor einer ihrer wichtigsten Leistungsschauen so unter Druck wie jetzt. Der kommt gleich aus drei Richtungen: Die Ausstellung selbst steckt in der Krise. Rund 200 Hersteller und Zulieferer weniger sind ab kommenden Donnerstag für zehn Tage in Frankfurt vertreten. Mit rund 800 sind es so wenige wie seit langem nicht mehr.

Zum zweiten spürt auch die Branche den Handelsstreit zwischen den USA und China und die Abschwächung auf dem chinesischen und dem globalen Automarkt aufgrund der gedämpften Welt-Konjunktur.

Und zum dritten trifft die Debatte um den Klimaschutz die Branche mit voller Breitseite. Bei einem Treffen im Vorfeld der IAA am Donnerstag in Berlin trafen die Positionen fast unversöhnlich aufeinander. Der Branchenverband VDA zeigt sich zwar offen und überzeugt, dass der Klimaschutz vorangetrieben werden muss.

Aber das Bekenntnis ist nicht überzeugend: Auf der IAA werden zwar einige Elektro-Modelle präsentiert. Dominiert werden die Messehallen aber wieder durch unzählige dicke Autos, vor allem SUVs, die selbst als Hybrid alles andere als klimafreundlich sind. Mit diesen Autos freilich verdienen gerade die deutschen Hersteller gutes Geld. Der Widerspruch ist offensichtlich.

Die Branche wird sich umstellen müssen. Nicht nur wegen des Klimaschutzes, sondern auch wegen der Arbeitsplätze, die gesichert werden müssen. Ein vollelektrischer Porsche mit mehr als 750 PS für mindestens 152 000 Euro allein kann es nicht sein.