Kommentar

Dubiose Methoden

Florian Hartmüller über das Urteil in Sachen Facebook

 

Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass Facebook seine Voreinstellungen zum Datenschutz verändern muss. Auch darf das Netzwerk Nutzer nicht mehr zwingen, sich mit ihrem richtigen Namen anzumelden. Die Entscheidungen waren überfällig.

Zwar kann von Nutzern erwartet werden, dass sie sich mit den Funktionen der von ihnen verwendeten Programme auseinandersetzen. Wenn jedoch wirklich jemand möchte, dass zum Beispiel seinen Chat-Partnern der eigene Standort angezeigt wird, sollte er diese Entscheidung frei treffen können. Stattdessen muss er sich bisher durch zahlreiche Seiten von Text klicken, um die entsprechende Funktion zu finden und zu deaktivieren.

Theoretisch kann zwar jeder frei darüber entscheiden, ob er sich bei Facebook anmeldet oder nicht. Das Netzwerk dient heute in vielen Bereichen aber als Veranstaltungskalender oder E-Mail-Ersatz. Manche Menschen haben deshalb kaum eine andere Wahl, wenn sie gesellschaftlich nicht komplett abgehängt sein wollen.

Es ist problematisch genug, dass Facebook quasi ein Monopol im Bereich der sozialen Netzwerke hat. Das Unternehmen sollte diese Stellung nicht auch noch ausnutzen dürfen, um mit dubiosen Methoden an die Daten und Namen aller Nutzer zu kommen.

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