Kommentar

Düstere Zukunft

Archivartikel

Thomas Spang schwant mit Blick auf US-Präsident Donald Trump nichts Gutes für das kommende Jahr

Das Chaos im Weißen Haus in Washington zum Ende des Jahres verheißt nicht viel Gutes für 2019. Der Stillstand eines großen Teils der Regierung steht dafür bloß als Symptom.

Donald Trump handelt zunehmend losgelöst vom Einfluss von Ministern und Beratern, die ihn mindestens teilweise einzudämmen vermochten. Nachdem mit Verteidigungsminister James Mattis der letzte Erwachsene das Kabinett verlassen hat, gibt es niemanden mehr, der den Präsidenten vor seinen destruktiven Instinkten schützen kann.

Ein entfesselter Trump ist gefährlicher denn je. Zumal, wenn er mit dem Rücken vor der Wand steht. Die Russlandaffäre, die neue Mehrheit im Kongress und die abstürzenden Märkte bedrohen seine Macht. Und er weiß es.

Der impulsive Narziss versucht nach seinem bewährten Rezept, möglichst viel Durcheinander zu verbreiten, um seine Gegner aus der Bahn zu werfen. Damit konnte er in der Vergangenheit punkten.

Diesmal aber sieht das wilde Treiben Trumps ein wenig verzweifelt aus. Wenn zwei von drei Regierungsmitgliedern und dazu noch hohe Mitarbeiter in nicht einmal zwei Amtsjahren das Regierungsschiff verlassen, liegt die Vermutung nahe, dass etwas mit dem Kapitän nicht stimmt.

Doch solange Trump im Weißen Haus sitzt, kann er als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika mit den Vollmachten einer Supermacht agieren. Deshalb steht zu befürchten, dass das Jahr 2019 seine bisherigen Eskapaden noch in den Schatten stellen wird.