Kommentar

Ein Alarmsignal

Archivartikel

Hans-Dieter Füser zum steigenden Extremismus

 

Wenn die Bereitschaft zur Gewalt in unterschiedlichen Bereichen des Extremismus steigt, sollte das für die Verantwortlichen in Politik, Justiz und sozialen Einrichtungen ein Alarmsignal sein. Offenkundig bricht sich hier – aus völlig unterschiedlichen Motivationen – ein Gefühl der Benachteiligung Bahn. Das kann – muss aber nicht – für benachteiligte deutsche Kinder ebenso wie für traumatisierte Flüchtlinge gelten. Nicht bei allen schlägt das ins Extremistische um, aber der Nährboden für eine Radikalisierung ist bereitet. Auf jeden Fall sind solche Menschen empfänglicher für populistische Botschaften.

Politische Rattenfänger machen sich diese Zusammenhänge zunutze. Sie klären erst einmal die „Schuldfrage“, und das auf simple Art und Weise: Genannt werden etwa „die Juden“, „die Muslime“, „die Politiker“ oder nicht zuletzt auch „die Presse“. Differenzierung ist anstrengend. Und wer macht sich schon die Mühe, den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen? Leichter ist es doch, sich unter Gleichgesinnten gegenseitig in seinen Vorurteilen zu bestätigen.

Hier muss der Staat in allen seinen Facetten ansetzen. Mit einer besseren Bildung in den Schulen, mit Programmen gegen die Abschottung von Ausländern in Parallelwelten und auch mit der Eindämmung des ausländischen Einflusses auf Moschee-Vereine. Und ja, nicht zuletzt auch mit einer stärkeren Polizei.

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