Kommentar

Ein Anfang und viel Fleißarbeit

Archivartikel

Stefan Proetel zu dem neuen Angebot der Bürgerbeteiligung

Die Arbeitsgruppe aus Stadträten und Mitarbeitern der Verwaltung hat etwas ebenso Nützliches wie Wichtiges geschaffen. Mit dem Portal zur Bürgerbeteiligung und der üppigen Vorhabenliste verfügt die Stadt nun über ein solides Fundament. Sie erhöht damit ihre Transparenz, vielleicht auch die Lust der Menschen auf Politik. Auf jeden Fall macht sie den Mannheimern ein starkes Angebot: Jeder Bürger kann nun in Sachen Stadtplanung und Stadtentwicklung noch einfacher mitreden. Die Möglichkeit, sich zu beteiligen, ist allerdings nicht unendlich – das liegt in der Natur der Sache. Viele Projekte sind dafür einfach zu komplex.

Den Bürger zum Mitmachen gewinnen und ihm gleichzeitig immer wieder erklären, welche Möglichkeiten er hat (und warum welche nicht) – das ist nun die nächste große Aufgabe. Portal und Liste sind übersichtlich und einfach zu bedienen. Auch das ist lobenswert, aber nur der Anfang eines Prozesses, der vor allem für die Verwaltung Fleißarbeit bedeutet: aktualisieren, moderieren und Bürgern erklären, warum ein Vorschlag vielleicht gut, aber dennoch nicht umsetzbar ist. Nur wer auf diese Weise eingebunden wird, beteiligt sich auch weiterhin und macht für die neuen Möglichkeiten Werbung. Aber Achtung: Verwaltungsbegriffe in der Liste – wie Design-Thinking-Ansatz, freiraumplanerisch, B-Plan, Tragwerksplanung (HOAI, Leistungsphase 3) oder Baureifmachung – hemmen deutlich die Lust, sich zu beteiligen.

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