Kommentar

Ein Armutszeugnis

Thomas Schrott zur Antwort der Bahn über den Posttunnel

Das Fazit ist eindeutig: Die Antwort der Bahn auf den Beschwerdebrief der Hochschule zum Posttunnel überzeugt nicht. Es ist zwar nachvollziehbar, dass andere Kriterien für einen unterirdischen Zugang zum Hauptbahnhof gelten müssen, wenn dieser für Fahrgäste geöffnet wird – statt nur für Transportwagen. Nicht einleuchtend ist aber, warum die Neuplanung nach den rund sieben Jahre dauernden Gesprächen mit der Stadt immer noch nicht beendet ist. Das ist ein kaum zu übertreffendes Armutszeugnis. Zumal unklar bleibt, weshalb etwa die Entwässerungsfragen so kompliziert sein sollen.

Offenkundig verfolgt die Bahn das für die Stadt sehr wichtige Thema nicht mit der gebotenen Priorität. Das darf aber nicht sein. Gerade wegen der Hochstraßen-Projekte muss der Umstieg auf den Nahverkehr erleichtert werden. Dazu zählt auch die Öffnung des Posttunnels. Hier geht es um Tausende potenzieller Nutzer. Nach der unbefriedigenden Antwort aus der Konzernzentrale wäre es angebracht, dass der Bund als Eigentümer der Bahn mehr Druck ausübt.

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