Kommentar

Ein Berg an Arbeit

Archivartikel

Hannes Koch dringt auf die gezielte Förderung neuer Verkehrstechnologien

Die Verkehrswende könnte komplizierter werden als die Energiewende. So steht die neue Kommission der Bundesregierung, die sich um klimafreundliche Mobilität kümmern soll, am Fuße eines hohen Berges. Denn möglicherweise sind in der Auto- und ihrer Zulieferindustrie mehr Arbeitsplätze betroffen als in der Energiewirtschaft.

Die kulturelle und politische Rolle des Automobils erscheint zudem größer als die von Strom. Ob man sie mag oder nicht – die Politik gegen den Klimawandel schreitet weltweit voran. Fossile Systeme werden zurückgedrängt. Investoren ziehen ihr Geld aus dreckigen Industrien ab. Die Jahre des traditionellen Autos sind vermutlich gezählt. So muss langfristig Ersatz für hunderttausende Jobs her. Das kann nur funktionieren, wenn saubere Verkehrstechnologien hierzulande produziert und auch massenhaft verwendet werden. Die Bundesregierung sollte diesen Strukturwandel jetzt finanziell fördern – beispielsweise mit staatlichen Investitionen in Fabriken, die die Batterien der künftigen E-Autos fertigen. Außerdem sollte Mobilität für alle erschwinglich bleiben. Benzin-betriebene Autos haben Fortbewegung billig gemacht.

Aber wie kommt man morgens zur Arbeit und nachmittags wieder nach Hause, wenn das fossile Fahrzeuge zur Rarität wird? Wie fährt man in den Urlaub? Diese Fragen muss die Verkehrskommission der Regierung zumindest stellen – auch wenn sie nicht gleich Antworten findet.