Kommentar

Ein echter Traum

Stefan Skolik zum Frauen-Länderspiel im Wembley-Stadion

Auf der britischen Insel erlebt der Frauenfußball gerade einen riesigen Boom. Ausgelöst hat ihn vor allem viel Geld: Millionenschwere Investitionen in Vereinsteams in London und Manchester, auch mit Blick auf die bevorstehende Europameisterschaft 2021 im eigenen Land. Hinzu kommt ein prominenter Ex-Nationalspieler auf der Trainerbank - Phil Neville. Außerdem hat die erfolgreiche WM in Frankreich mit dem Einzug ins Halbfinale die Popularität der Sportart gesteigert, und nicht zuletzt fördern teils äußerst günstige Ticketpreise und familienfreundliche Anstoßzeiten den Stadionbesuch. Eine Kulisse von 90 000 Besuchern - ein echter Traum für die deutschen Fußballfrauen.

Für sie wird mit der Rückkehr nach Deutschland jedoch wieder der triste Alltag einziehen. Bundesligaspiele vor einer Kulisse von wenigen hundert Zuschauern oder Länderspiele um 12 Uhr mittags, wie beispielsweise zuletzt in Thessaloniki gegen Griechenland.

Doch es gibt Lichtblicke - wenigstens kleine: Der neue DFB-Präsident Fritz Keller macht sich für die kickenden Frauen stark, fordert mehr Unterstützung für die Vereinsteams durch die Bundesliga-Clubs. Das Keller mit einer hochrangigen DFB-Delegation mit vor Ort in Wembley ist, unterstreicht die Bedeutung des Spiels. Es zeigt aber auch: Vom englischen Verband muss der DFB noch viel lernen - zumindest beim Frauenfußball.

 
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