Kommentar

Ein Gewinn

Archivartikel

Peter W. Ragge zur eigenen Rettungsdienst- Leitstelle

Ladenburg oder Mannheim – ist es für den Bürger im Ernstfall nicht völlig egal, wo ein Notruf eingeht? Nein, ist es nicht. Der Kampf um eine eigene Leitstelle für Mannheim hat ja mehrere sehr triftige Gründe.

2014 hatte das Land mit Hilfsorganisationen und Krankenkassen – jedoch ohne Rücksprache mit Mannheim – Heidelberg mit allen Landkreis-Gemeinden und Mannheim zusammengefasst. Seither ist die Leitstelle Ladenburg zuständig, wenn in Mannheim Rettungswagen ausrücken.

Das hat oft nicht geklappt. Mangelnde Ortskenntnis, personelle Unterbesetzung, die häufig verpasste Hilfsfrist sowie fehlende schnelle Reaktion auf absehbar große Einsätze (etwa bei Hitze) machten über Jahre hinweg Schlagzeilen. Die Stadt Mannheim bekam oft nicht einmal Auskunft, weil sie ja formal nicht zuständig war.

Erst im März 2017 hatte Innenminister Thomas Strobl (CDU) ein Einsehen, dass diese Konstruktion falsch ist. Er gab nach langen Querelen grünes Licht, dass der große Rettungsdienstbereich ab 2019 wieder getrennt wurde und Mannheim wieder eigenständig wird. Dass die Installation neuer Technik und die Schulung des Personals noch Zeit brauchen, ist klar. Aber für die Mannheimer ist die neue eigene Leitstelle ein Gewinn. Dass den Krankenkassen das alles nicht passt, spürt man indes daran, dass sie Krankentransporte weiter nur von Ladenburg aus steuern lassen. Aber auch da gibt es immer wieder lange Wartezeiten – und es wäre nötig, dass die Stadt die Kontrolle bekommt.

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