Kommentar

Ein Gewinner, ein Verlierer

Archivartikel

Die Verlegung von 26 Kleingärten in der Feudenheimer Au ist vom Tisch. Leicht ist der Mannheimer Bundesgartenschau-Gesellschaft der Verzicht sicherlich nicht gefallen. Von „Ermessensentscheidung“ ist die Rede in einer Mitteilung, von „Ermessenregelung“ und vom „schweren Herzen“, mit dem man den Antrag zurücknehme. Übersetzt: Die Mannheimer Buga-Macher sind komplett anderer Meinung als das Regierungspräsidium Karlsruhe. Sie halten die Einschätzung der „eigenen“ Unteren Naturschutzbehörde für stimmiger. Dieser Meinung darf die Mannschaft um Michael Schnellbach sein. Sie muss diese Meinung haben – schließlich war die Erlaubnis der Naturschutzbehörde Grundlage dafür, dass die Buga-Gesellschaft im November 2019 in der Feudenheimer Au Fakten schaffte und die Bagger mehr oder weniger heimlich anrollen ließ.

Gewinner des am Montag verkündeten Verzichts ist langfristig sicherlich der Naturschutz. Zumal die Buga-Gesellschaft die Fläche gegenüber der einstigen Ackerfläche im Sinne des Naturschutzes aufwerten möchte. Leider gibt es auch Verlierer: Es sind die Feudenheimer Kleingärtner. Sie verlieren durch den Bau des Radschnellwegs – egal in welcher Variante er einmal kommen wird – einen Teil ihrer Anlage. Und für diese besteht jetzt erst einmal keine Ersatzfläche. Die Freude über den Baustopp im Januar war gekoppelt an die Hoffnung, dass der Radweg an dieser Stelle nun auch obsolet ist – ein Trugschluss. Man braucht keine Glaskugel für die Prognose: Der Streit in der Au ist mit dem Verzicht der Verlegung der Gärten nicht geschlichtet. Im Gegenteil.

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