Kommentar

Ein großes Ärgernis

Konstantin Groß zum Seckenheimer Kiosk

 

Ein zentrales Element der Neugestaltung in der Seckenheimer Ortsmitte lässt weiter auf sich warten: Der Neubau des Kiosks mit Fahrkartenverkauf, Toilette und Unterstand wird erneut verschoben - ein Vorgang, über den die Bürger den Kopf schütteln. Und dies völlig zu Recht.

Dabei kann es, um auch dies klar zu sagen, bei einem Bauprojekt natürlich immer wieder zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Dass aber gleich vier An-läufe im Sande verlaufen, das ist völlig unverständlich. Vergegenwärtigen wir uns: Hier geht es nicht um einen Großflughafen, sondern um einen Kiosk!

Entscheidend ist auch nicht, dass die Bürger nun noch für ein weiteres halbes Jahr in ihrem Ortskern das unansehnliche Provisorium eines Containers ertragen müssen - und dieser alles andere als eine attraktive Kulisse für große Feste wie die anstehende Kerwe oder das nahende Weihnachtsgeschäft darstellt.

Eine ganze Serie

Nein, entscheidend ist, dass dies eine weitere Panne in einer ganzen Serie bedeutet, die bei der Umgestaltung des Seckenheimer Ortskerns bisher zu beklagen ist.

Da war zum einen die Führung der Radwege; Pfeile leiteten die Radfahrer anfangs bewusst zwischen die Straßenbahnschienen. Die Reaktionen der Menschen vor Ort reichten bis zu ohnmächtiger Wut, weil diese Regelung nicht nur unsinnig, sondern auch gefährlich war. Erst nachdem sich die örtlichen Kommunalpolitiker dem massiven Bürgerprotest nicht mehr entziehen konnten, verschwand zumindest der ominöse Pfeil, der die Radfahrer zwischen die Gleise gelotst hatte.

Oder die Diskussion um den Zabbe-Brunnen. Drei Jahrzehnte lang stand er im Herzen des Vorortes, seit dem Umbau der Planken fristet er sein Schicksal auf einem Lagerplatz der Stadt. Wo er schlussendlich wieder aufgestellt wird, das ist bis heute ungeklärt. Und nun als i-Tupfen der Kiosk.

Mit all diesen Pannen wird die eigentlich als Geschenk zum Ortsjubiläum gedachte millionenschwere Umgestaltung des Stadtteilzentrums zu einem einzigen Ärgernis. Dafür dankbar sein kann nur der Kerwe-Pfarrer, der damit wie seit Jahren auch am kommenden Samstag reichlich Stoff für seine Kerwe-Rede erhält. Der Stadt und der RNV sei Dank.