Kommentar

Ein herber Schlag

Peter W. Ragge zum Ausfall weiterer City-Events

Man ist es ja leider seit März schon gewohnt: Wie beim Dominospiel ein Stein nach dem anderen fällt, folgt wegen des Coronavirus eine Veranstaltungsabsage nach der nächsten – erst befristet bis Ostern, dann bis zum Sommer, nun den ganzen Herbst. Ein Ende ist nicht absehbar – im Gegenteil. Derzeit verschlechtert sich die Lage an der Corona-Front ja wieder. Doch selbst mit stabilen Zahlen von Neuinfektionen wären Massenereignisse unverantwortlich, solange es keine wirksame Impfung gegen die Krankheit gibt.

Freilich muss man, wie jeder Mediziner, die Nebenwirkungen beachten und, soweit möglich, abmildern. Feste und Großveranstaltungen sind nicht nur „Halligalli“. Sie haben eine sozial wichtige Funktion, weil sich hier Menschen begegnen können. Und ihnen kommt enorme wirtschaftliche Bedeutung zu, sorgen sie doch dafür, dass Besucher in die City und damit Kunden in die Läden kommen. Schon jetzt geht es dem Handel, der in Mannheim (noch) 44 000 Arbeitsplätze bietet, miserabel. Der Wegfall des Verkaufsoffenen Sonntags und weiterer Events mit Magnet-Wirkung ist ein weiterer, ganz herber Schlag. Zumindest für die Vorweihnachtszeit müssen Stadt, Handel und Veranstalter daher rechtzeitig neue Konzepte entwickeln, die vor Infektionen schützen, doch zugleich wirtschaftlich als auch rein praktisch umsetzbar sind – anders als bei den leider vergeblichen Versuchen mit den Schaustellern. Sonst droht eine Verödung der Innenstadt.

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