Kommentar

Ein neuer Schlag

Ralf Müller über die Vorwürfe gegen Audi-Chef Stadler

 

Ist der Audi-Chef noch zu halten? Seit 2007 ist Rupert Stadler Vorstandsvorsitzender. Er war also auch Chef der größten und wichtigsten VW-Tochter, als der Konzern an Schummelsoftware bastelte und Autos damit auf die Straße schickte. Deswegen fiel es vielen schwer, zu glauben, dass der oberste aller „Audianer“ von diesem Betrug nichts gewusst und nichts geahnt haben sollte.

Seit gestern gibt es ein wenig mehr als nur Mutmaßungen. Um eine Privatwohnung durchsuchen zu können, braucht die Staatsanwaltschaft schon einen konkreten Tatverdacht. Jedenfalls ist das die juristische Theorie. Und so muss man annehmen, dass die Staatsanwaltschaft München II in den Unterlagen, die sie bei den bisherigen Razzien sicherstellte, und bei Auswertung der Zeugen- und Beschuldigtenaussagen etwas gefunden hat, das zumindest zu ernsthaften Zweifeln an der Unwissenheit Stadlers berechtigt.

Für Audi und den VW-Konzern ist die Einbeziehung des Audi-Chefs in den Kreis der „Beschuldigten“ jedenfalls ein neuer Schlag. Ob die mächtigen VW-Eignerfamilien Porsche und Piech Stadler jetzt immer noch halten können, ist eine offene Frage – Unschuldsvermutung hin, Vorverurteilung her.

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