Kommentar

Ein paar Schritte zurück

Stefan Skolik zur Entwicklung der Formel 1

Sebastian Vettels Forderung nach einer entschlackten und puristischeren Formel 1 spricht vielen aus der Seele. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, heute als TV-Experte noch dicht an der Szene dran, bemängelte schon vor Jahren – und tut das heute noch – die mit Technik und Taktik überfrachtete Königsklasse, in der sich viel zu wenig um die Fahrer und ihre Duelle auf der Strecke dreht. Der PS-Zirkus beschäftigt sich zu sehr mit Material und Aerodynamik, mit dem Brimborium im Umfeld, investiert dafür Millionen Euro – und vernachlässigt dafür das echte „Racing“, das Rennfahren. Der Fahrer von heute sei „ferngesteuert“, meint Villeneuve.

Vielleicht muss die Formel 1 ein paar Schritte zurückmachen. Zum Beispiel bei den Motoren: Mehr Sound und weniger Turbo. Zum Beispiel bei der Aerodynamik: Eine Vereinfachung ist nötig. Zum Beispiel bei den Etats: Eine Deckelung könnte helfen, dass auch die kleineren Teams wieder konkurrenzfähig werden.

Auch bei der Streckenauswahl würde – bei allen Expansionsplänen – eine konservativere Auswahl helfen: Weniger in die Städte, eher auf die traditionellen Strecken, wie jetzt etwa bei Silverstone geschehen – oder natürlich auf den Hockenheimring.

 
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