Kommentar

Ein Phänomen

Archivartikel

Rolf Obertreis zur Debatte um Strafzinsen

Der Bankenmarkt in Deutschland ist umkämpft wie in keinem anderen Land Europas. Nirgendwo sonst ist der Wettbewerb so hart, Verbraucher haben die große Auswahl. Da bedarf es keines Verbots von Negativzinsen für Privatkunden. Sollte sie eine Bank oder Sparkasse einführen, können sie einfach die Bank wechseln. Das ist heute kein Hexenwerk mehr, sondern einfach, schnell und kostenfrei möglich.

Aber es bleibt hierzulande ein Phänomen: Kaufen Verbraucher eine neue Waschmaschine oder einen neuen Fernseher, wird meist um jeden Euro gefeilscht, werden das Internet durchforstet und zahlreiche Geschäfte aufgesucht. Geht es um die Kosten für ihr Geld, schauen sie viel weniger hin und sind eher träge. Selbst wenn den Kunden Gebühren und Zinsen gegen den Strich gehen, wechseln nur wenige die Bank oder Sparkasse.

Umgekehrt gilt aber auch: Banken, Volksbanken und Sparkassen und Direktbanken müssen ihre Kosten decken und zumindest einen überschaubaren Gewinn erwirtschaften, um ihre Beschäftigten zu bezahlen und investieren zu können. So wie jedes andere Unternehmen auch. Insofern ist es verständlich, wenn sie für Dienstleistungen und Produkte einen Preis verlangen oder Zinsen, die sie an die Europäische Zentralbank zahlen müssen, an ihre Kunden weitergeben.

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