Kommentar

Ein richtiges Zeichen

Archivartikel

Wolfgang Mulke über Chinas Zukäufe im Ausland

Es ist im Grunde eine normale Erscheinung auf den freien und globalisierten Märkten: Immer häufiger wollen chinesische Unternehmen sich an deutschen Firmen beteiligen oder sie sogar ganz übernehmen. Doch im Fall von China muss die Politik höchste Wachsamkeit walten lassen. Denn auf lange Sicht droht die deutsche Volkswirtschaft geschwächt zu werden, gleichzeitig sind Sicherheitsinteressen beeinträchtigt. Das Verbot der Beteiligung eines chinesischen Staatskonzerns am Netzbetreiber 50Hertz durch die Bundesregierung und ihr Veto gegen den Verkauf eines westfälischen Werkzeugmaschinenbauers setzen daher die richtigen Zeichen.

Es geht nicht um die Diskriminierung eines Landes – es geht um elementare Interessen. China will weltweite technologische Führungsmacht werden. Das Know-how dafür wird auch durch die Beteiligung an ausländischen Unternehmen erworben. Allen Annäherungsversuchen zum Trotz ermöglicht China Investitionen im eigenen Land allerdings nicht in gleichem Maße.

Der laxe Umgang mit dem Schutz von Patenten oder Rechten im Reich der Mitte sowie offenbar gezielte Wirtschaftsspionage sind Belege für eine aggressive Entwicklung der chinesischen Wirtschaft zulasten anderer. Und wichtiger noch als wirtschaftliche sind die Sicherheitsinteressen. Kritische Infrastrukturen wie die Strom- oder Wasserversorgung dürfen nicht von potenziellen Gegenspielern beeinflusst werden können. Deutschland und die gesamte Europäische Union sollte die Gefahr aus Fernost sehr ernst nehmen.

 
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