Kommentar

Ein Stück Sicherheit

Archivartikel

Bettina Eschbacher zum Stellenabbau der BASF

Es tut sich viel bei der BASF in Ludwigshafen, sehr viel. Konzernchef Martin Brudermüller hat überall Veränderungen angestoßen, im Großen wie im Kleinen. Er hat gute Argumente dafür. In einer sich immer schneller verändernden Welt schützt die schiere Größe schwerfällige Konzerne nicht mehr. Sie müssen sich flexibler aufstellen, um schneller reagieren zu können. Doch der Umbau wird wehtun, viele Arbeitsplätze kosten und den verbleibenden Mitarbeitern jede Menge Kraft abverlangen.

Dazu kommen die politischen Unwägbarkeiten, der Handelsstreit zwischen China und den USA, die Risiken eines ungeordneten Brexits. Die Gewinnprognose für das laufende Jahr war vielleicht doch zu optimistisch. Falls sie nach unten korrigiert werden müsste, könnten noch mehr Arbeitsplätze gestrichen werden.

Umso wichtiger für das Stammwerk Ludwigshafen ist deshalb die Bereitschaft von Konzernleitung und Betriebsrat, eine neue Standortvereinbarung schneller als geplant durchzuziehen. Das zeigt den Willen beider Seiten, die schwierigen und schmerzhaften Umbrüche gemeinsam und so erträglich wie möglich zu gestalten.

Den Beschäftigten gibt die Aussicht auf eine neue, für mehrere Jahre verbindliche Vereinbarung ein Stück Sicherheit. Ein wichtiges Gut in äußerst bewegten Zeiten.

 
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