Kommentar

Ein Stück Sicherheit

Archivartikel

Alexander Jungert zum Tarifabschluss in der Metallindustrie

Die Gewerkschaft IG Metall will für den Südwesten den Tarifabschluss von Nordrhein-Westfalen übernehmen. Den Parteien ist dort inmitten der Coronavirus-Pandemie ein vernünftiger Abschluss gelungen.

Gewerkschaften, so ist zu hören, fühlen sich an die schwere Finanzkrise 2008/2009 erinnert. Damals schlitterten Unternehmen reihenweise in Not, mussten in Kurzarbeit gehen und teilweise sogar durch Staatshilfen gerettet werden. Das alles könnte sich jetzt wiederholen – vielleicht sogar noch schlimmer. Das Coronavirus, das Deutschland lahmlegt, hat für die Wirtschaft Folgen von ungeahntem Ausmaß. Bei vielen Arbeitnehmern geht die Angst um: Verliere ich meinen Job? Wie lange bin ich finanziell abgesichert?

Die Tarifparteien in Nordrhein-Westfalen haben sich darauf geeinigt, die Löhne nicht zu erhöhen. In „normalen“ Zeiten wäre das außergewöhnlich und eine Schlappe für die Gewerkschaft gewesen. Nicht aber jetzt während der Corona-Krise. Zurecht ging es erst einmal darum, Beschäftigung zu sichern und finanzielle Einbußen durch Kurzarbeit einzudämmen. Die nächsten Wochen und Monate werden hart – die Tarifverträge können den Mitarbeitern dennoch ein Stück Sicherheit geben.

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