Kommentar

Ein Versprechen

Stefan Proetel über die Ziele und Pläne der Stadt

Überall und seit langem Kräne, Bagger, Abrissbirnen, Betonmischer - gefühlt ist Mannheim die Bau(stellen)-Hauptstadt der Nation. Neue Quartiere entstehen und wachsen, Kunsthalle und Marchivum werden das neue Bild der Stadt prägen, die Verkehrsinfrastruktur wird verbessert und der riesige Grünzug Gestalt annehmen. Es konnte einem fast schwindlig werden, als Oberbürgermeister Peter Kurz in seiner Etatrede im Husarenritt all die fertigen, entstehenden oder geplanten Projekte streifte, die das Gesamtbild Mannheims künftig nicht nur prägen werden. Sie werden es sogar deutlich verändern. Die Erfahrungen haben wohl auch die Verwaltung gelehrt, dass nicht alle Bürger laut Hurra schreien, wenn Gewohntes, vielleicht lieb Gewonnenes, nicht mehr oder anders existiert. Es ist deshalb eine gute Idee, Punkte im Haushalt zu akzentuieren, die Gefühle der Zugehörigkeit und Heimat stärken. Sie sind ein Versprechen, das die Stadt unbedingt halten muss.

Konsequent ist es, die (wirtschaftliche) Gunst der Stunde zu nutzen, um viel Geld zu investieren, gleichzeitig aber auch mit Maß zu haushalten. Gut, dass für die Sanierung des Nationaltheaters keine Mittel in den Haushalt eingestellt wurden. Es wäre keinem in der Stadt zu vermitteln, dafür Unsummen bereitzustellen - und bei Kindergärten, Schulen oder Verkehr zu sparen.

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