Kommentar

Ein weiter Weg

Archivartikel

Matthias Kros über die Strategie von Heideldruck

Wieder und wieder hat Heideldruck nun schon die Wende beschworen. Und genauso oft hat das Unternehmen anschließend wieder vertröstet und zurückgerudert.

Auch die Börse verliert deshalb allmählich die Geduld mit den Heidelbergern. Seit Jahresbeginn ist der ohnehin schon niedrige Kurs der Heideldruck-Aktien um weitere 30 Prozent gesunken. Da ist offenbar viel Vertrauen verspielt worden. Man mag es sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn nun auch noch die bislang gut verlaufende Konjunktur tatsächlich abreißt und die Druckereien noch vorsichtiger bei ihren Investitionen werden.

Dabei ist das Management in Wiesloch sicherlich nicht untätig. Die laufende digitale Transformation des traditionsreichen Maschinenbauers ist ohne Frage notwendig und die neuen Subskriptionsmodelle werden helfen, die Konjunkturschwankungen auszugleichen.

Was den Heidelbergern aber nach wie vor fehlt, ist eine nachvollziehbare Vision. Wie lässt sich im Druckmaschinenbau nachhaltig wieder ausreichend Geld verdienen? Und wo liegen jenseits der Druckmaschinen neue Wachstumsfelder? Die bisher in Wiesloch gezeigten Ideen wie Ladestationen für Elektroautos oder druckbare Sensoren für Roboter wirken noch immer zu verspielt und zu wenig massenmarkttauglich.