Kommentar

Ein weiterer Meilenstein

Sibylle Dornseiff zur Entwicklung im deutschen Turnsport

Viele Jahre standen die deutschen Turnerinnen im Schatten der Männer. Das sollte sich jetzt ändern, denn mit Pauline Schäfers WM-Gold am Schwebebalken, dazu Bronze der 17-jährigen Tabea Alt gelang zum zweiten Mal Historisches. Das erste Mal war EM-Silber im Mehrkampf von Elisabeth Seitz 2011. Seither hat Bundestrainerin Ulla Koch unaufgeregt aber zielstrebig und immer im Einklang mit den Heimtrainern und -trainerinnen ein Team aufgebaut, das international konkurrenzfähig ist und vor allem seinen Zenit noch lange nicht erreicht hat.

Denn während die Männer nach dem Rücktritt von Fabian Hambüchen gerade einen Umbruch verkraften müssen, hat Koch eine zukunftsfähige Riege aus erfahrenen und jungen Sportlerinnen geformt, die geprägt ist vom Mannschaftsgeist. Mit Gold und Bronze am einstigen deutschen Schwachpunkt Balken ist nun ein weiterer Meilenstein erreicht, der Lust auf mehr macht. Denn außer dem WM-Quartett Schäfer, Alt, Seitz und Kim Bui steht mit Scheder (nach Verletzung im Aufbau) noch eine weitere Erfolgsgarantin bereit. Dahinter warten weitere Talente auf ihre Chance.

Doch Ulla Koch und die Verantwortlichen des Deutschen Turnerbundes denken weiter. Mit der Installierung der ehemaligen Mannheimer Cheftrainerin Claudia Rödinger-Schunk als erste Juniorenbundestrainerin haben sie den richtigen Weg eingeschlagen, um den Nachwuchs zielgerichtet aufzubauen und harte Umbrüche zu vermeiden.