Kommentar

Eindeutig zu langsam

Peter Reinhardt will Klarheit bei der Corona-Teststrategie

Die Hersteller haben schon vor Tagen gewarnt, dass die neuen Corona-Schnelltests knapp werden. Viele Länder setzen auf die neue Untersuchungsmethode, um schnell, kostengünstig und einigermaßen zuverlässig Reihentestungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen durchführen zu können. Die Tests sind eine wichtige Voraussetzung, um die Pflegeheime und Krankenhäuser trotz hoher Infektionsgefahren noch für Besucher offenhalten zu können und den Beschäftigten mehr Schutz vor dem Virus zu bieten. In dieser Gemengelage war Schnelligkeit beim Bestellen Voraussetzung für einen erfolgreichen Bezug. Wie es geht, hat Bayern vorgemacht. In Baden-Württemberg kann das Sozialministerium auch vier Wochen nach der Zulassung der Schnelltests noch nicht einmal einen Liefertermin nennen. Das ist eindeutig zu langsam, gerade wenn das Land eine Reserve für Notlagen anlegen will. Die Engpässe sind längst absehbar.

Innerhalb der Landesregierung gilt das Sozialministerium inzwischen als Problemzone. Die Schnelltests sind ja nicht das einzige Problem. Seit Wochen warten die Gesundheitsämter auf eine Weisung, welche Schüler in Quarantäne müssen, wenn sie mit Maske Kontakt zu einem positiv getesteten Kameraden hatten. Inzwischen bastelt sich jeder Kreis seine eigenen Regeln. In den nachgeordneten Ämtern macht sich Frust breit. Wenn das Sozialministerium trotz des großen Einsatzes der Mitarbeiter das Krisenmanagement nicht auf die Reihe bekommt, wird das ein Problem der ganzen Regierung. Ohne personelle Verstärkung scheint es dort nicht zu gehen.